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Pilken

 

Die wohl am häufigsten anzutreffende Angelmethode in Norwegen. Ob nun im Flachwasser oder weit unten.

Das A & O beim Pilken-ihr müßt die richtigen Stellen finden, die sogenannten Hot-Spots. Sich einfach mit dem Boot auf den Fjord stellen, den Pilker ablassen und dann zerren bis die Arme schmerzen, bringt überhaupt nichts. In vielen Fjorden spielen auch noch die Gezeiten eine große Rolle. In einigen Fjorden rappelt es richtig in der Kiste, wenn Ebbe ist, in anderen Fjorden nur dann, wenn die Flut kommt.

Und in anderen Fjorden dagegen, sind die Gezeiten nicht ganz so wichtig. Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann fragt einheimische Fischer oder Bewohner eurer Urlaubsregion.

Viele Angler pilken bis max. 150m Tiefe, alles was tiefer geht, könnte u.U. in Arbeit ausarten. Tja, aber wo nun den Fisch finden???

Markante Stellen sind immer Plateaus, steil abfallende Kanten, größere Löcher in der Bodenstruktur und Tangwälder. Laßt euch nicht von den Tiefen irre machen. Früher galt bei Anglern der Slogan-je tiefer, desto besser.

Das gilt nach wie vor für das Naturköderangeln, jedoch nicht unbedingt für das Pilken.

  

 

Die schwarz markierten Stellen versprechen gute Aussichten auf Leng und Lumb. Ab ca. 60-70m geht es los mit Lumb, der Leng mag es tiefer.

 

So manch guter Dorsch oder Seelachs wurde nicht in großen Tiefen gefangen, sondern im Flachwasserbereich.

Und nicht immer ist der Pilker der Top-Köder. Bei starker Sonneneinstrahlung greifen wir gerne zu schwarzen und roten Twistern mit Glitter. Halten wir uns mehr im Uferbereich auf, oder pilken direkt vom Ufer, nehmen wir Meerforellenblinker. Handelsübliche Süßwasserblinker, eigentlich für Hecht & Co gedacht, erfüllen auch ihren Zweck.

Wenn das alles nichts hilft, dann montiert doch einfach einen Wobbler-auch die fangen gut in den Fjorden. Orange scheint uns hier die beste Farbe zu sein, insbesondere für den Dorsch.

Und wenn das auch nicht hilft, dann ein Heringsvorfach mit Hakengröße 2-4 montieren, die Haken mit Fisch-

stücken, oder Schrimps beködern, dann einen Pilker von mind. 200gr. einklincken und ab damit bis ca. 2-3m

überm Grund. Viel Pilken braucht ihr nicht. Ab und an mal bewegen. Ist wie Naturköderangeln, nur im Klein-

format. Mit der Methode konnten wir schon so manch guten Rotbarsch oder Schellfisch fangen.

Was ihr allerdings tunlichst lassen solltet, ist das Pilken in geringen Tiefen mit halben Eisenhanteln, sprich mit Pilkern um die 250 gr. und mehr. Der Pilker wirkt auf dem Grund dann eher wir ein Vertikutierer. Ihr pflügt alles schön um, nur die Lockwirkung ist gleich null. Traut euch ruhig mit viel leichterem Geschirr zu fischen. Ein Pilker so um die 40gr. macht es auch, denn oft steht der Fisch wie angesprochen, nicht am Grund, sondern im

Mittelwasser. Gerade was Seelachs und Pollack anbelangt, aber auch Dorsche jagen gerne im Mittelwasser.

Ihr müßt den Pilker gerade noch so am Grund halten können, dann habt ihr die richtige Wahl. Es geht nicht darum, das euer Pilker schnell unten am Grund ist, das ist beim Tiefseepilken wichtig, vielmehr muß der Pilker durch seine Bewegungen die Fische zum beißen verlocken. Und die vorherrschende Meinung, der Dorsch jagt nur am Grund, ist, wie oben beschrieben, völliger Unfug. Das mag vielleicht für die Ostsee gelten, nur da ist es auch nicht besonders tief. Nicht umsonst wird die Ostsee auch liebevoll als "überschwemmte Wiese" bezeichnet.

Dorsche rauben sehr wohl auch im Flachwasser bzw. Mittelwasserbereich. Gerade in den Morgen-und Abendstunden haben wir das Phänomen schon häufig feststellen können.

Solltet ihr das Erste mal in Norwegen zum Pilken sein, dann pilkt am besten sämtliche Gewässerschichten durch.

Nur so erkennnt ihr, wo der Fisch sich aufhält.  Dabei verändert auch die Geschwindigkeit des Einholens, also nicht nur stures Auf und Ab des Pilkers, sondern viel variieren. Oder den Pilker einfach nur mal hängen lassen, vorausgesetzt ihr habt etwas Wellenbewegung auf dem Fjord.

Auf das Echolot verlasst euch lieber nicht, denn viele Echolote zeigen euch Mist an. Insbesondere ältere Geräte. Wenn ihr die Fischsymbole eingestellt habt, dann ändert die Anzeige bitte auf die Fischsichel. Habt ihr dann einen Seelachsschwarm entdeckt, sieht das Bild so aus:

 

 

 

Verschwindet dann der Schwarm vom Echolot, nicht gleich zurück fahren. Angelt weiter, denn wie

angesprochen, lauern Dorsch & Co oft neben dem Schwarm, gerade bei der angezeigten Tiefe.

Solltet ihr mit dem Echolot nicht klar kommen, dann gibt es eine andere Möglichkeit an Fisch zu kommen.

Achtet auf Einheimische, die meißt mitten auf dem Fjord stehen und um deren Boote häufig Möwen kreisen.

Norweger verarbeiten ihren Fisch gleich auf dem Boot. Da Norweger fast nur mit Pilker und der Haspel fischen, kennen sie die Seelachs Hot-Spots. Auf dieser Haspel sind ca. 100m Schnur,  bestückt mit etlichen Seitenarmen.

So arbeiten auch norwegische Langleinenfischer, nur alles etliche Nummern größer. An die ihren Leinen befinden sich oft Hunderte von Haken. Besonders für Seehecht, aber auch für Heilbutt und andere Fischarten werden Langleinen eingesetzt. Ihr Könnt die Haspel in Norwegen kaufen, für ca. 25-40€ das Stück, je nach Ausführung. Uns persönlich ist es zu fummelig und der eigentlich Reiz am Angeln geht verloren.

 

Sehr beliebt ist auch das Schleppen. Einfach den Pilker samt Vorfach bei geringer Fahrt hinter sich herziehen.

Mit max. 1,5 Knoten ,eher weniger, zieht ihr euren Köder durch den Fjord.

Haben sicherlich schon viele von euch erlebt. Euer Köder ist gerade unten am Grund, da fällt eurem Kumpel auf dem Boot ein-Mensch hier beißt nix, komm laß uns mal eine andere Stelle suchen. Zu faul alles wieder einzukurbeln, laßt ihr den Köder einfach im Wasser und schleppt ihn so hinterher. Und siehe da, plötzlich ist die Rute krumm und der Tanz geht los. Besonders lohnenswert sind Stellen, wo es 200-400m tief ist. Die großen Seelachse lieben diese Verhältnisse. Oft stehen sie dann im 80m-120m Bereich und stürzen sich auf eure Pilker.

Wir schalten bei dieser Methode grundsätzlich 2 Makks davor, oder selbstgebaute Vorfächer, die für Makrelen und kleinere Seelachse viel zu große Haken haben, aber für den großen Seelachs (90cm-1,10m) ideal sind.

Wer die verfeinerte Schlepptechnik bevorzugt, sollte es mit dem Downrigger versuchen, eine ungemein spannende Methode, die auch immer mehr Anhänger in Deutschland findet.

 

Pilken im Mittelwasser auf Seelachs-immer wieder eine spannende Angelegenheit

 

Naturköderangeln

 

Wenn die Arme vom Pilken schmerzen, wird es Zeit, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Dafür wechseln

wir die Ruten und Vorfächer, bestücken die Haken mit halben bis ganzen Heringen,Makrelen oder Seelachsen,

(Lumb geht übrigens auch-ein hervorragender Köderfisch für den Lang) hängen ein geeignetes Gewicht ran und lassen dann alles bis zum Grund hinab. Das sind so die Grundzüge der Naturköderangelei. Aber-viele Faktoren

sind zu beachten.

 

Erst mal suchen wir uns eine erfolgsversprechende Stelle, also steil abfallende Kanten, Plateaus etc.,mit der

entsprechenden Tiefe. Wir fangen so bei 60-70m an und lassen uns dann in die tieferen Regionen treiben, oder umgekehrt, je nach Drift. Immer das Echolot im Blick, ob ein typisches Lumbloch in Sicht ist.

In Nord-Norwegen fangt ihr schon ab 20m Wassertiefe-besonders die Steinbeißer mögen diese Tiefe, aber ebenso der Heilbutt.

Haben wir eine geeingnete Stelle gefunden, schauen wir was die Drift macht. Nach einigen Naturköder-Sessions bekommt ihr ein Gefühl dafür, welches Blei ihr montieren müßt, damit der Köder auch unten am Grund ankommt. Denn - nur da fangt ihr.

Bitte legt allergrößten Wert auf euer Material, insbesondere das Vorfach sollte keine Beschädigungen aufweisen. 

 

Bei der eigentlichen Köderfrage scheiden sich die Meinungen. Fakt ist aber-viele Fische kommen als

Köder in Frage. Wenn ihr an einer Stelle angelt, wo Leng oder Lumb sich herumtreiben, ist es denen egal,

ob da nun ein Hering oder eine Makrele montiert ist. Hauptsache Fisch. Die Lockwirkung spielt eine maßgebliche Rolle. Deshalb bevorzugen wir ältere Köder, da diese ,unserer Meinung nach, eine etwas

bessere Lockwirkung verströmen-aber auch das ist Ansichtssache. Heringe und Makrelen sind ohne Frage

die wohl am häufigsten verwendeten Köder. Unterschätzt aber Seelachs, Lumb und Pollack nicht.

Die fangen genau so gut.

Montiert bei eurem ersten Naturköderangelausflug erst mal einen halben Köderfisch oder ein Filetstück und probiert wie ihr mit der Angelei klar kommt.

Der Großleng steht in der Regel ab 150m Tiefe, aber es wurden schon genug kapitale Fische gefangen, oberhalb dieser Tiefe. Deshalb die Devise-immer probieren, testen-auch ruhig etwas ausgefallenes.

So, nachdem wir alles vorbereitet haben, lassen wir den Köder in die Tiefe. Und nun heißt es warten.

Erwartet bitte nicht, dass ihr Bisse wie beim Pilken bekommt, also einer nach dem anderen. Naturköder-

angelei bedeutet in erster Linie - Geduld haben. Wir wollen ja unsere Arme schonen. Wir haben schon

Tage erlebt, wo wir über den Fjord dümpelten und nichts lief.

Sollte sich nach einer Stunde nichts getan haben, wechselt bitte den Köder aus. Das Salzwasser laugt

den Köder schnell aus und somit geht die Lockwirkung verloren. Wir verkürzen die Zeit sogar und wechseln

nach ca. 40min.. Achtet immer darauf das der Köder unten am Grund bleibt, denn durch die Drift, verändert

sich die Position eures Bootes und somit die eures Köders ständig. Wird der Winkel zwischen Rute und Blei zu groß, holt alles wieder ein und hängt eine etwas größeres Blei ein. Bei starker Drift sind Bleigewichte bis zu 1000gr. nicht ungewöhnlich. Wenn immer noch nicht alles unten bleibt, dann muß ein Driftsack her, oder ihr

sucht euch eine ruhigere Stelle.

 

 

Auf Naturköder

 

Oft kommt der Biß, wenn ihr nicht damit rechnet. Je nach Fisch fallen die Bisse unterschiedlich aus.

Unser geliebter Leng z.Bsp. geht erst vorsichtig zu Werke, um dann, wenn er den Köder richtig hat, sich energisch an der Rute zu melden. Allerdings hatten wir auch schon Bisse von Sportsfreund Leng, wo er uns fast die Rute über Bord zog-ohne jegliche Vorankündigung.

Der Lumb geht gleich zur Sache. Er attackiert, dass man das Gefühl hat, da unten hat ein Heilbutt gebissen.

Kleinere Lumbs nerven schon mitunter mit ihrer Zuppelei.

Sollte euch ein Lumb im Drill verloren gehen, laßt die Montage da wo sie ist. Nicht weiter hochkurbeln.

Es passiert sehr häufig, dass der Lumb erneut den Köder nimmt.

Wenn ihr irgendwann dann euren ersten Leng-Lumb-Heilbuttbiß auf Köderfisch bekommt, dann werdet ihr wissen,was am Naturköderangeln so reizvoll ist. Entspannung wechselt in positiven Streß innerhalb 1 Sekunde.

Denn der Heilbutt geht oft sehr rapiad zu Werke. Da wird nicht lange herum genuckelt wie beim Lumb. Ran an den Köder und weg damit. Von da an habt ihr Spaß ohne Ende.

Denn wir kennen keinen Fisch, der uns einen so aufregenden Drill liefert wie der Heilbutt-vom Marlin mal abgesehen. Obwohl große Seelachse und Pollacks auch nicht zu verachten sind, nur da angeln wir ja mit

anderem Gerät. Alles eine Nummer leichter.

Und das schöne am Heilbutt ist, dass ihr nicht bis auf 200m Tiefe müßt. Gerade in Nordnorwegen, beissen

viele Heilis deutlich flacher. Sicherlich, die richtig Kapitalen halten sich in sehr tiefen Gewässerschichten

auf und sind eher selten in den Fjorden direkt anzutreffen. Wenn wir von kapital reden, meinen wir Heilis ab 2,00m. Aber auch ein Heilbutt von 1m muß erst einmal ausgedrillt werden. Das ist eine schweißtreibende Angelegenheit.

Solltet ihr euch dann später in größere Tiefen vorwagen, so bedenkt, dass es etwas ganz anderes ist, einen Leng aus 300m Tiefe zu holen. Das ist etwas völlig anderes. Der Unterschied ist ungefähr so, als wenn ihr von einem Opel Corsa auf einen 5'er BMW umsteigt. Und nach dem Drill schmerzen die Arme dann doch wieder. Das sind dann aber die schönsten Schmerzen der Welt.

 

Brandungsangeln

 

Ihr könnt in den Fjorden und direkt am Meer auch noch andere Angeltechniken ausprobieren. Da wäre als

erstes das Brandungsangeln. Macht sich immer gut, wenn ihr mit dem Boot nicht auf den Fjord fahren könnt,

aufgrund des Windes. Und bevor man einen Ausfalltag hat, versuchen wir eben von Land aus ein paar Fische

zu fangen. Gut, ihr dürft nun keine Monsterfische erwarten, aber ein paar schöne Platten ist doch auch was

schönes und für das Mittagessen ist dann auch gleich gesorgt. Als Köder setzen wir hauptsächlich Schrimps

ein, oder wenn verfügbar auch Wattwürmer, die wir uns dann allerdings selbst buddeln müssen. Schrimps

sind aber einfacher zu besorgen und in Norwegen nicht teuer. Ihr bekommt sie in jedem größeren Supermarkt.

Kauft lieber 250gr. mehr von den kleinen, tiefgefrorenen Krebsen, denn unserer Erfahrung nach, eßt ihr die

250gr. schon beim puhlen so nebenbei mit auf. Video zum Plattenangeln

Die einfachste Montage für das Brandungsangeln, wäre ein Rute so von 3,20m-4,10m mit möglichst sensibeler

Spitze. Dazu eine halbwegs gut gefüllte Sationärrolle, denn ihr müßt an Norwegens Küste nicht 100m oder

weiter werfen, wie an der Ostseeküste, da die Fjorde in der Regel schnell tief hinab gehen. Solltet ihr ein

Haus direkt am Fjord haben, oder euer Domizil besitzt einen Bootssteg, dann probiert einfach euer Glück.

Ihr werdet erstaunt sein, wie dicht die großen Platten am Ufer stehen, besonders am späten Abend.

 

 

Vom Bootssteg auf Platten-eine gute Alternative,wenn ihr mit dem Boot nicht raus könnt.

Vom Steg aus brauchten wir nur ca. 6-7m auswerfen, da war es dann schon 7-8m tief.

 

Ein monofiles Vorfach von der Stärke 0,30mm-0,40mm, daran ein Seitenarm befestigt und am Ende des

Vorfachs noch einen Wirbel, wo ihr das Blei einhängen könnt. Wie schwer das Blei sein sollte, entscheiden die

Gegebenheiten vor Ort. Also Strömung,Tiefe etc..

Gute Stellen für die Platten liegen so im Tiefenbereich von 3-25m mit sandigem Grund. Gerade in Süd bzw.

Westnorwegen gibt es etliche Strände, die genau diese Bedingungen erfüllen und wo wirklich so manch

kapitale Scholle oder Flunder zu fangen ist. Doggerscharben halten sich in den Regionen ebenfalls auf,

sind für uns aber eher lästiger Beifang, da sie in der Küche kein gutes Bild abgeben. Neben den Platten

gehen euch auch Lippfische an den Haken, in der Regel alles kleinere.

 

Angeln mit der Fliege

 

Auch dieser Technik könnt ihr an den Fjorden nachgehen. Für uns ist das nichts, deshalb verweisen wir auf

andere Seiten im Netz, die sich mit der Methode beschäftigen.

 

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