


Viele Privat-und Ferienhausanbieter haben große Häuser zur Auswahl, nur leider eben auch kleine Boote.
Ein Haus für 4 Personen sollte mindestens über ein Boot von 18 Fuss verfügen, plus einem halbwegs
leistungsstarken Motor. Was ihr aber bei den Allroundanbietern finden werdet, sind dann Boote von
12-15 Fuss und Motoren von 4-15PS.
Das hat einen einfachen Grund. Je höher die PS-Zahl, um so mehr Steuern muß der Vermieter zahlen, was
sich dann auf den Mietpreis niederschlägt. Und kein Vermieter wird euch ein 22 Fuß Boot, mit einem 10PS Motor
zur Verfügung stellen . Ihr wollt ja auch irgendwann die Angelplätze erreichen.
Deshalb achtet schon im Vorfeld bei der Suche nach einem geeigneten Ferienobjekt darauf, dass die Boote nicht
zu klein ausfallen und entsprechend motorisiert sind. Eine halbwegs akzeptable Kombination wäre z.Bsp. ein
16-17 Fuß Boot mit einem 10-15PS Motor für 2 Personen, maximal 3 Personen. Ideal wäre für 4-6 Personen eine
Dieselschnecke, mit der könnt ihr dann auch auf die See.
Denn, unser größter Feind in Norwegen ist der Wind
Faustregel Nr.1
Großes Boot, kräftiger Motor = entspannteres und sicheres Angeln
Faustregel Nr.2
Bei Kleineren Booten (12-16 Fuss) nie raus fahren, wenn Schaumkämme zu sehen sind
Faustregel Nr.3
Achtet bitte immer darauf, dass genügend Sprit im Tank ist. Mehr dazu, weiter unten
Faustregel Nr.4
Paßt bei der Einweisung der gut ausgestatteten Booten (Echolot,GPS) bitte genau auf

15 Fuss Boot mit 10PS Aussenborder-für 4 Personen zum Angeln ungeeignet
Um eine Spritztour zu machen, würden die kleineren Boote (12-14 Fuß) reichen, aber für das Angeln, sind diese Nuckelpinnen nicht besonders geeignet.
Die großen Anbieter (Dansommer-center,Novasol) haben das Problem mittlerweile erkannt. Es werden
bei einigen größeren Häusern mehrere Boote angeboten, die dann allerdings auch ihren Preis haben. Je nach Vermieter schwankt die Mietsumme zwischen 500NOK bis 3500NOK. Oft ist auch eine Kaution für die Boote
zu hinterlegen. Aber es gibt ja noch die Alternative, bei den Spezialisten.(Andrees Angelreisen, Kingfisher,Onkentours,dintour) zu buchen.
Vorteil der Spezialisten:
Ihr bekommt in der Regel alles geboten ,um einen gelungenen Angelurlaub zu erleben. Gute und große Boote, gute Filetierplätze, Gefriertruhen bis zu 500l.
Bei einigen Anbietern habt ihr einen Guide vor Ort, der euch die Hot-Spots zeigt-und das spart Zeit und Sprit.
Ohne Guide müßt ihr euch die Hot-Spots selber suchen und viele von euch können bestimmt ein Lied davon singen,
wie nervig das sein kann. Da dümpelt man tagelang auf dem Teich herum, hat alle guten Stellen angefahren und
trotzdem nichts in der Fischkiste. Und jeder Tag ist so schnell vorbei. Da ist guter Rat teuer.
In Mittel-und Nordnorwegen ist das nicht so das Problem, aber in Südnorwegen sieht es da schon gewaltig
anders aus, denn der Fischbestand hat gerade dort deutlich nachgelassen, besonders was den Dorsch betrifft.
Nachteil der Spezialisten:
Ihr dürft tief in eure Geldbörse greifen. Wir finden viele Preise der Spezialisten deutlich überzogen. Aber-die Nachfrage regelt eben den Preis.
Für 4 Personen wäre eine Boot von 20-22 Fuß und einem 30-50 PS Motor ideal. Da ist dann auch noch genug
Platz um die Taschen, Thermoklamotten, Pilkerkiste etc. zu verstauen. Und jeder von euch hat noch genügend Bewegungsfreiheit.
Die Hot-Spots liegen selten in der Nähe eures Hauses und so seit ihr mit einem 40PS-Motor viel schneller
am Fisch, als mit einem 10 PS Motor. Und der Spaßfaktor ist auch nicht ausser Acht zu lassen.
Bei 2 Personen kommt ihr auch mit einem Boot ab 15 Fuß gut klar, dann allerdings nur im Fjord-nicht auf der
offenen See.
Und noch etwas in eigener Sache
Dank einiger Norweger und Touristen, die der Meinung sind, auf dem Fjord können sie die Sau raus lassen
und in erheblich alkoholisierten Zustand über den Teich knallen-ohne Rücksicht auf andere, mußte die norwegische Regierung handeln und die Gesetze für das Benutzen von großmotorigen Booten ändern.
Es gibt viele norwegische Vermieter, die ein Lied davon trällern können. Da wird weder auf eine Seekarte geachtet, dafür rast man dann eben bei Ebbe auf die Sandbank , oder man fährt im Eifer des Gefechtes mal schnell auf eine Klippe.
Sehr beliebt ist auch das Überladen des Bootes, also mit 4 Erwachsenen auf einem 14" Boot, das alles
dann bei Windstärke 4-5, oder aufkommender Flut. Kein norwegisches Boot, ausser die Fähren, sind zu sehen,
aber die deutschen Angler müssen mit ihrer Nuckelpinne raus.
Die nächst größere Welle regelt dann den Rest. Unfälle dieser Art und andere könnt ihr hier nachlesen.
Und glaubt uns, ihr schwimmt nicht lange im kalten Wasser.
Passend dazu ein Artikel aus der Bild vom 06.05.2008 


noch ein Artikel, datiert vom 05.05.2009 


Aber der Pannenfaktor Nr.1 bleibt weiterhin - Spritmangel. Da werden zig Seemeilen zurück gelegt, weil eine
Stelle besonders erfolgsversprechend auf der Seekarte aussieht. Dort angekommen, stellt man dann fest,
huch, Sprit ist fast alle und der Ersatzkanister steht im Bootsschuppen. Da steht er prima.
Und denkt nicht, dass derartige Pannen Norwegenneulinge passieren. Es sind fast immer erfahrene Angler, die
sich durch Selbstüberschätzung in Gefahr bringen. Neulinge achten viel gewissenhafter auf Details was ihre
eigene Sicherheit betrifft. Sie lassen sich Boot und Motor vom Vermieter erklären und sind nicht so überheblich, wie einige "alte Hasen", die ja schon seit Jahren......usw.. Jedes Boot verhält sich anders.
Das gilt ebenso für das Thema - Rettungswesten. Kaum Wind, die Sonne lacht, Rettungswesten auf halb acht.
Als Urlauber habt ihr keinen Vertrag mit dem Wettergott abgeschlossen. Norwegen ist nicht Malle. Dort
haben wir stabilere Wetterlagen. Aber auf dem Fjord ändern sich die Wetterverhältnisse schnell. Sehr schnell.
Der Gesetzgeber verpflichtet euch zum Tragen von Rettungswesten. Und wenn ihr die nicht im Boot anlegt, dann
nehmt sie wenigstens mit. Auch wir nehmen uns da nicht aus. Auf einigen Fotos und Videos werdet ihr uns ohne
Rettungswesten sehen. Dafür haben wir fast immer den Floater (Überlebensanzug) an. Der ersetzt keine
Rettungsweste, hält uns aber auch eine gewisse Zeit über Wasser und ist bequemer zu tragen, als die starren
Westen. Achtet aber bei den Anzügen darauf ,dass sie nach der Europanorm E 393 gefertigt wurden. Kommt
kräftiger Wind auf, ziehen wir uns sofort die Westen über. An Bord haben wir sie immer.
Zieht Nebel auf, fahrt bitte sofort zurück in euren Heimathafen. Nebel in Norwegen, insbesondere auf dem
Fjord, ist nicht mit dem Nebel in Deutschland zu vergleichen. Sichtweiten unter 30m sind an der Tagesordnung. Innerhalb kürzester Zeit seht ihr kein Land mehr.
Habt ihr kein GPS an Bord, geht euch die Orientierung völlig verloren. Auch wir waren schon in dieser
Situation. Da vergeht einem das Lachen. Nur mit viel Glück erreichten wir das Ufer, nicht aber unseren Hafen.
Als der Nebel sich nach 3 Stunden etwas gelichtet hatte, waren wir meilenweit vom Hafen entfernt. Und wir
waren uns auf dem Fjord noch ganz sicher, dass der Hafen ganz in der Nähe ist.

Überlebensanzug von Abu Garcia
Mehr über die Sicherheiten,Normen und Qualtätsmerkmale von Überlebensanzügen
hier

Sollte euch der Motor ausfallen, dann informiert sofort den Vermieter telefonisch. Deshalb nehmen wir immer
ein Handy mit raus. Er kann uns dann in den Hafen schleppen, oder Hilfe organisieren. Einige Boote haben einen
kleineren Ersatzmotor mit an Bord, was eurer Sicherheit dient.
Wenn der Wind auffrischt und ihr es nicht mehr bis in den Hafen schafft, dann sucht euch einen anderen privaten
Anleger. Kein Norweger wird euch deshalb von seinem Grundstück jagen. Versucht erst gar nicht mit Rudern
nach Hause zu kommen. Wenn ihr 3m vorwärts gekommen seit, drückt euch die Drift 10m zurück.
Habt ihr jemanden aus eurem Bekanntenkreis, dem ähnliches widerfahren ist, erkundigt euch.
Achtet bitte auf die Regionalfähren. Die Routen sind in jeder Seekarte eingezeichnet. Unterschätzt diese
Fähren bitte nicht, auch wenn sie noch ganz weit weg sind. Die Antriebe von norwegischen Schnellfähren
haben es in sich.
Da habt ihr mit eurem 9,9PS Motor schlechte Karten. Ach, habt ihr nicht? Ihr habt 25PS? Nützt euch auch nichts.
Diese Schnellfähren rasen mit fast 60km/h über den Fjord. Also, auch während des Angelns, Augen auf, wohin
ihr driftet.
Sicherlich benimmt sich der Großteil der deutschen Angler entsprechend den Gegebenheiten, aber
Ausreißer gibt es eben immer wieder.
So erlebt bei unserer Tour 2003, wo vier stark übergewichtige Herren aus Hamburg der Meinung waren, sie müssen auf einer norwegischen Tankstelle rauchen. Das Six-Pack stellten sie auf einem Shell-Faß ab, wo dann auch gleich die Kippen ausgedrückt wurden. Ob sie das in Deutschland auch gemacht hätten?
Nur fragen wir uns immer, warum einige wenige Anglergruppen nach Norwegen reisen, um zu saufen?
In Deutschland gibt es doch auch nette Ecken, wo Mutti nicht kontollieren kommt.
Die Maße für Boote die in Norwegen zum Einsatz kommen
Abkürzungen:
F* = nur den Fjord geeignet und auch nur bei schwachem Wind
F = für den Fjord geeignet bis max. WS 4
F+S = für Fjorde und die offene See geeignet
bedingt = je nach Bauweise
Je nach Bauweise des Bootes, ist es natürlich auch möglich mit einem kleineren Boot auf die offene See zu fahren, dass liegt in eurer Entscheidung. Aber-unterschätzt den Wind nicht, der kann ganz schnell auffrischen und plötzlich habt ihr binnen paar Minuten, Wellen von denen ihr träumt. Und dann habt ihr ein ernsthaftes Problem.
Gerade in Norwegen sehr typisch-der Wind dreht urplötzlich und wo eben noch ruhige See war, sind dann
die ersten Schaumkämme sichtbar.
12“=3,65m (F*)
13"=3.96m (F*)
14"=4,26m (F*)
15"=4,57m (F)
16"=4,87m (F+S) bedingt
17"=5,18m (F+S) bedingt
18"=5,48m (F+S) bedingt
19"=5,79m (F+S) bedingt
20"=6,09m (F+S) offene See nur bis WS 3
21"=6,40m (F+S) offene See nur bis WS 4
22"=6,70m (F+S)
23"=7,01m (F+S)
24"=7,31m (F+S)
25"=7,62m (F+S)
26"=7,92m (F+S)
27"=8,22m (F+S)
28"=8,53m (F+S)
Ideal wäre also ein Boot was über 20 Fuss groß und entsprechend motorisiert ist. Angelreiseanbieter bieten diese Boote mit an, sogenannte Yellow-Boote. Die haben alles an Bord was wir so benötigen. Echolot,meißt kombiniert mit einem Plotter und einem starken Motor, so ab 25PS-in der Regel mehr. Diese Boote haben allerdings auch ihren Preis.
Manchmal ist die Miete für das Haus preiswerter. Andere Anbieter, die sich nicht auf's Meeresfischen spezialisiert haben und auch Häuser für Nichtangler anbieten, haben fast immer deutlich kleinere Boote mit dabei. Minimum wo ihr anfangen solltet, wäre 14 Fuss-dann aber nur für 2 Personen, alles andere ist zu eng und zu gefährlich. Mit so einer 14 Fuss Schüssel nie auf's offene Meer fahren und wenn Schaumkämme über den Fjord jagen, dann schön zu Hause bleiben. So ab 17 Fuss könnt ihr bei ruhigem Wetter auf die offene See. Der Motor sollte dann schon Minimum 25 PS haben um bei aufkommmenden Wind schnell in den Fjord zurück zu fahren.
Tabelle der Windgeschwindigkeiten
Quelle: www.ftv-spandau.de/wetter/wind
| Windstärke in Beaufort | Bezeichnung | Geschwindigkeit in Knoten | Geschwindigkeit in Meter/Sekunde | Geschwindigkeit in Kilometer/Stunde | Staudruck in Newton/Quadratmeter |
| 0 | Stille | 0 | unter 0,3 | unter 1 | 0 |
| 1 | Leiser Zug | 1 - 3 | 0,3 - 1,6 | 1 - 5 | 0 - 1 |
| 2 | Leichte Brise | 4 - 6 | 1,6 - 3,4 | 6 - 11 | 2 - 6 |
| 3 | Schwache Brise | 7 - 10 | 3,4 - 5,5 | 12 - 19 | 7 - 18 |
| 4 | Mäßiger Wind | 11 - 15 | 5,5 - 8,0 | 20 - 28 | 19 - 39 |
| 5 | Frischer Wind | 16 - 21 | 8,0 - 10,8 | 29 - 38 | 40 - 72 |
| 6 | Starker Wind | 22 - 27 | 10,8 - 13,9 | 39 - 49 | 73 - 119 |
| 7 | Steifer Wind | 28 - 33 | 13,9 - 17,2 | 50 - 61 | 120 - 183 |
| 8 | Stürmischer Wind | 34 - 40 | 17,2 - 20,8 | 62 - 74 | 184 - 268 |
| 9 | Sturm | 41 - 47 | 20,8 - 24,5 | 75 - 88 | 269 - 373 |
| 10 | Schwerer Sturm | 48 - 55 | 24,5 - 28,5 | 89 - 102 | 374 - 505 |
| 11 | Orkanartiger Sturm | 56 - 63 | 28,5 - 32,7 | 103 - 117 | 506 - 665 |
| 12 | Orkan | 64 und mehr | 32,7 und mehr | 118 und mehr | 666 und mehr |
Tabelle der Wellenhöhe in Meter im Atlantik (Tiefsee) und Nord/Ostsee (Flachsee)
| Windstärke in Bft | Km/h | Atlantik (Tiefsee) | Nord-und Ostsee (Flachsee) |
| 0 | 0 | - | - |
| 1 | 1-5 | 0,0-0,2 | 0,05 |
| 2 | 6-11 | 0,5-0,75 | 0,6 |
| 3 | 12-19 | 0,6-0,8 | 0,7 |
| 4 | 20-28 | 0,8-1,2 | 1,0 |
| 5 | 29-38 | 1,2-2,0 | 1,5 |
| 6 | 39-49 | 2,0-3,5 | 2,3 |
| 7 | 50-61 | 3,5-6,0 | 3,0 |
| 8 | 62-74 | mehr als 6,0 | 4,0 |
| 9 | 75-88 | mehr als 7,0 | 4,5-5,0 |
| 10+11 | 89-117 | mehr als 20 | mehr als 5,5 |
Bußgelder
Keine Rettungsweste an Bord - 500 NOK/Person
Keine Positionslichter - 2.000 NOK
Pro Positionslicht, welches defekt ist - 1.500 NOK
Personen unter 16 Jahren, die ein Boot fahren, ohne eine Zulassung zu haben - 500 NOK
Wer sein Boot einer Person unter 16 Jahren überlässt, obwohl es für diese Person nicht zugelassen ist - 1.500 NOK
Wer mit über 5 Knoten dichter als 50 m an badende Personen vorbei fährt - 4.000 NOK
Wer innerhalb der Boyen (Badebucht) fährt - 3.000 NOK
Wer die örtlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen überschreitet - 1.500 NOK
Bei erheblicher Überschreitung kann die Strafe auch deutlich höher ausfallen.
0,8 – 1,5 = Promille - Bußgeld (Höhe oder Verwarnung je nach Auffälligkeit)
1,5 – 2,0 = Bußgeld in jedem Fall
Über 2,0 = im Normalfall 1/3 vom monatlichen Gehalt (Brutto) Es kann auch höher ausfallen.